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28. September 2021
Redaktion
Medizinprodukte / Patientenversorgung

Der Markt für Tracheotomie-Bedarf schrumpft

Der Umsatz mit Tracheotomieprodukten zeigt sich jüngst in Akutkliniken rückläufig: um 5,6 Prozent auf 15,5 Mio. Euro. Im mit einer knappen halben Million Euro kleineren Apothekenmarkt ging es dagegen um rund ein Sechstel aufwärts.
Foto: BVMed

Dies ergibt eine Analyse des Beratungsunternehmens IQVIA der Berichte DKM (Deutscher Krankenhaus-Markt) und PharmaScope National Medical Devices für diese Ausgabe von MTD. Grundlage ist jeweils ein Zwölf-Monats-Zeitraum: für die Klinik April 2020 bis März 2021, für die Apotheke Mai 2020 bis April 2021.

Weniger mit Cuff

Beim Umsatz in den Akutkliniken geben die Produkte mit Cuff mit 10 Mio. Euro als größte Gruppe 8,2 Prozent gegenüber dem vorhergehenden Vergleichszeitraum nach. Produkte ohne Cuff stagnieren bei 3 Mio. (-0,4 %); Tracheotomie-Einführsets legen auf 2,2 Mio. (+3,4 %) zu. Beim Absatz verlieren Produkte mit Cuff sogar 13 Prozent auf 319.000 Einheiten, während Produkte ohne Cuff auf 112.000 Einheiten (+8 %) zulegen.

Daraus lässt sich schließen, dass die durchschnittlichen Preise sich für Produkte mit Cuff verteuert haben, die ohne Cuff jedoch nachgaben. Führende Hersteller sind im Krankenhaussektor die Firmen Tracoe Medical, Teleflex Medical, Medtronic, Cook sowie Smiths Medical/Medex. Diese fünf stellen zusammen einen Umsatzanteil von 91,8 Prozent, die übrigen 25 in diesem Produktmarkt 8,2 Prozent.

Diversifizierter Apothekenmarkt

Im Apothekensektor ist die Dominanz der fünf Großen nicht so ausgeprägt: Teleflex, BMV, Fresenius Kabi, B. Braun und Fahl kommen zusammen auf 72,1 Prozent, die weiteren 41 Lieferanten auf 27,9 Prozent. Anästhesie-Trachealtuben legen beim Umsatz um 12,3 Prozent und Tracheotomietuben / Sets um 22,7 Prozent zu. Sie stellen die beiden größten Segmente des Umsatzes von 455.000 Euro (+16,5 %). Der Absatz in Einheiten sank jedoch in beiden Produktbereichen.

Datenbasis

Der IQVIA DKM (Deutscher Krankenhaus Markt) ist die Arzneimittel-Verbrauchsstudie der IQVIA Krankenhausforschung. Über die jeweils versorgende Klinikapotheke werden monatlich Verbrauchsdaten auf Basis von Fachabteilungen und Stationen erhoben. Ermittelt wird das Absatz- und bewertet das Umsatzvolumen des kompletten Klinikmarktes sowie dessen Entwicklung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Datenbasis bilden rund 480 Panelkrankenhäuser. Beim IQVIA PharmaScope umfassen die Daten die Arzneimittelabgaben für den GKV-Markt, Privatrezepte und Barverkäufe auf Basis der Abgaben der öffentlichen Apotheken. Datenbasis für den GKV-Markt sind von den Rechenzentren getätigte GKV-Abrechnungen. Der Anteil der Privatrezepte und Abgaben ohne Rezept werden auf Basis einer Stichprobe von rund 4.000 bzw. 6.500 (ab 2021) Apotheken erhoben.

Grafik: IQVIA PharmaScope National Medical Devices
Grafik: IQVIA PharmaScope National Medical Devices
Foto: Karolina Grabowska/Pixabay
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