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Der Deutsche Maskenverband fordert, dass der Preis bei Ausschreibungen eine kleinere Rolle spielt. / Foto: Alexandra Koch/Pixabay

Deutsche Schutzmasken-Herstellerkönnten innerhalb von einer Woche die komplette Versorgung Deutschlands mit einheimischen Masken übernehmen, betont der Maskenverband Deutschland in Reaktion auf einen Vorstoß von SPD und CDU in Berlin. Sprecher der Parteien hatten gefordert, die Abhängigkeit Deutschlands von chinesischen Herstellern aufzubrechen. Dafür wollen sie das Vergaberecht ändern, um eine Bevorzugung von deutschen Lieferanten bei Ausschreibungen zu ermöglichen.
“Französischer Weg” bei Auftragsvergabe
Das Pariser Gesundheitsministerium hatte im Dezember alle nachgeordneten Behörden und Departments verpflichtet, den Preis bei einer Vergabe nur mit 25 Prozent zu werten, dagegen Lieferketten, umweltbezogene und soziale Aspekte sowie Qualität mit 75 Prozent. In Folge fallen in Frankreich asiatische Lieferanten durchs Raster.
Im Maskenverband Deutschland sind zurzeit 74 Unternehmer organisiert, die ausschließlich in Deutschland produzieren und dafür nur Vorprodukte aus Deutschland oder Europa verwenden. Sie haben eine Kapazität von 4,12 Mrd. Masken pro Jahr, sind derzeit aber nur zu 20 Prozent ausgelastet. Eine 90-Millionen-Förderung des Bundes aus dem Jahr 2020 hatten die Unternehmer seinerzeit um Investitionen in Höhe von 210 Mio. Euro ergänzt und damit Produktionskapazitäten für Masken und Meltblown-Vlies in Deutschland geschaffen. Da öffentliche Institutionen jedoch fast ausschließlich billig in China bestellen, liege die Branche brach, über 4.000 gerade neu geschaffene Arbeitsplätze in Deutschland seien in Gefahr, so der Maskenverband. In der französischen Rundverfügung ist der Absatz „Actions sur les critères d’evaluation d’offres“ auf Seite 4 relevant.
Jüngst hatten zwei Fernsehsendungen über die Misere der deutschen Maskenproduzenten berichtet. Bereits in der MTD-Ausgabe 8/2021 war ein Exklusiv-Interview zum Thema mit dem Sprecher des Maskenverbandes erschienen.
 
© MTD-Verlag 2022
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Foto: Karolina Grabowska/Pixabay