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Beschaffungs- und Energiekosten drücken auch die Akteure der Gesundheitswirtschaft. Foto: fotomek / Fotolia

Auch die ansonsten weniger von konjunkturellen Schwankungen betroffene Gesundheitsbranche folgt damit dem Trend der Gesamtwirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt die Frühsommerauswertung des DIHK-Gesundheitsreports, an dem sich bis Mai rund 700 Unternehmen beteiligt haben. Demnach zeigen sich mehr als zwei Drittel der Unternehmen besorgt über die aktuellen Preisentwicklungen (72 %), in der vorangegangenen Befragung zu Beginn des Jahres waren es noch rund die Hälfte (51 %). Das nach wie vor belastende Dauerthema Fachkräftemangel landet mit 66 Prozent knapp dahinter. Auch die hohen Arbeitskosten erreichen bei fast der Hälfte der Unternehmen (49 %) einen neuen kritischen Höchstwert.
Lage in der Medizintechnik leicht verbessert
In der Medizintechnik hat sich die Geschäftslage seit Jahresbeginn zwar leicht gebessert – 41 Prozent der Unternehmen bezeichnen hier ihre Lage als gut – dennoch bleiben die Geschäftserwartungen weit hinter dem Niveau vor der Corona-Pandemie zurück und die Betriebe sehen immer weniger optimistisch in die Zukunft.
Auch EU-MDR-Verordnung belastet
„Die Branche wird aber gleich von drei Seiten in die Zange genommen“, mahnt Dr. Achim Dercks, stellv. DIHK-Hauptgeschäftsführer. „Zum einen durch die Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen, zum anderen durch die Probleme bei den Lieferketten, und schließlich belastet die neue EU-Verordnung für Medizinprodukte (MDR) mit hohen Genehmigungsanforderungen und überforderten Zulassungsstellen noch zusätzlich. Dieser Cocktail sorgt zusammengenommen für viel Unruhe auf dem Markt.“
Medizinprodukte-Handel rechnet mit Rückgang
Insgesamt rechnet nur noch knapp jedes vierte Unternehmen (22 %) der Gesundheitswirtschaft mit einer Verbesserung der eigenen Geschäfte, 30 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Im Gesundheitsgüter-Handel rechnen 42 Prozent der Betriebe mit Umsatzrückgängen – damit setzt sich der Negativtrend seit Herbst 2019 fort. Ein Grund hierfür dürfte auch in der Verunsicherung darüber liegen, welche Auswirkungen die schleppende Einführung des E-Rezepts auf die eigenen Geschäfte haben wird. Kurzlink zum Report „Gesundheitswirtschaft unter Druck”: https://t1p.de/dihk-report.
© MTD-Verlag 2022
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Foto: Karolina Grabowska/Pixabay
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