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12. September 2023
Redaktion
BVMed-Forum „Eine Stunde Wunde“

Die Rolle von Homecare im Wundversorgungs-Management

Spezialisierte Fachkräfte von Homecare-Unternehmen können gerade in strukturschwachen Regionen die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden unterstützen und optimieren. Ziel ist ein „echtes Wundmanagement mit klaren Verantwortlichkeiten unter Einbeziehung der spezialisierten Homecare-Fachkräfte“, sagte Jana Künstner auf dem digitalen BVMed-Forum „Eine Stunde Wunde“. Sie Geschäftsführerin des auf Wund- und Stomaversorgung spezialisierten Unternehmens Medizinische Pfade aus Rostock.
Jana
Foto: BVMed
Jana Künstner ist Geschäftsführerin des auf Wund- und Stomaversorgung spezialisierten Unternehmens Medizinische Pfade aus Rostock.

Der „Second Level Support“ der Homecare-Fachkräfte sei im Wundmanagement umso wichtiger, da die ersten Anlaufstellen wie Pflegedienste, Arztpraxen, Pflegeheime oder Kliniken unter Fachkräftemangel leiden. „Unsere Fachkräfte beschäftigen sich den ganzen Tag mit chronischen Wunden – und mit den Strukturen und Randbedingungen, unter denen sie entstehen“, erläuterte Homecare-Expertin Künstner.

Homecare begleite Patienten dabei in Verbindung mit einer ärztlich verordneten Therapie, berate die Patienten, Angehörige und Pflegekräfte in der Klinik und im ambulanten Bereich bei der Anwendung von beratungsintensiven Verbandmitteln und versorge die Patienten mit diesen Produkten.

Das Wundmanagement umfasse also neben dem Kontakt zum Patienten, der Organisation des Versorgungsteams und der Dokumentation auch die Schulung und Beratung aller Beteiligten.

Etablierung Qualitätsleitfaden Wunde ist „wichtig"

„Wir brauchen hier ein koordiniertes Zusammenspiel auf Augenhöhe mit der Pflege und der Ärzteschaft. Wir therapieren durch gegenseitiges Informieren aller am Wundmanagement Beteiligten. Und wir kontrollieren regelmäßig die Wundsituation in der Wundvisite und passen die Therapie in Absprache mit dem behandelnden Arzt an, wenn Defizite erkannt werden“, so Künstner. Sie sei überzeugt, dass eine professionelle Wundberatung Kosten spart, Wunden besser heilen lässt und Schmerzen reduziert.

Wichtig sei ihr neben der Etablierung eines „Qualitätsleitfadens Wunde“ und der interdisziplinären Netzwerkarbeit auch die Optimierung der Prozesse durch gemeinsame digitale Lösungen, beispielsweise durch „Shared Documents“ in der Wunddokumentation. Dies könne gut gelingen, wenn die Rahmenbedingungen auch auf gesetzlicher Ebene dafür konkretisiert werden und eine Integration bestehender Fachexperten vorgenommen wird.

BVMed-Forum „Eine Stunde Wunde“

Das Gesprächsformat „Eine Stunde Wunde“ des BVMed ist ein virtuelles Forum, das alle zwei Monate zu unterschiedlichen Themen der Wundversorgung diskutiert und einen Austausch zwischen allen Beteiligten in der Behandlung, Pflege und Versorgung von Wunden anstrebt.

Foto: Karolina Grabowska/Pixabay
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