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5. Februar 2024
Redaktion
12. QVH-Hilfsmittelforum

Branchen-Cocktail mit einem Schuss Politik

Einer tour d’horizon durch die aktuelle Hilfsmittellandschaft glich das 12. Qualitätsforum des QVH (Qualitätsverbund Hilfsmittel) im November in Berlin. Motto: „Die Zukunft der Hilfsmittelversorgung: Mangel oder neue Qualität?“ Verschiedenste Aspekte – von der Ausgestaltung des Hilfsmittelverzeichnisses über aktuelle Digital-Konzepte im Kassenbereich und Projekte beim E-Rezept bis hin zur ernüchternden Bestandsaufnahme des Selbstempfindens vieler Leistungserbringer – kamen zur Sprache. Branchenpolitisches Highlight war aber sicherlich der Auftritt von BMG-Vertreter Andreas Brandhorst. Er zauberte unvermutet interessante Informationen zu möglichen gesetzgeberischen Eingriffen im Hilfsmittelmarkt aus dem Ärmel.
Foto: QVH Service GmbH
Thomas Dinse (OptaData Group) informierte über den Stand des Pilotprojektes „e-Verordnung Hilfsmittel“. Ziel des vom BIV-OT gemeinsam mit verschiedenen Gesundheitshandwerkern und Software- und Abrechnungsfirmen durchgeführten Projekts ist die Gestaltung und Erprobung der elektronischen Verordnung im Hilfsmittelbereich.

Einen Blick hinter die Kulissen des GKV-Spitzenverbandes, wenn es um die Erstellung und Fortschreibung des Hilfs- und Pflegehilfsmittel-Verzeichnisses (HMV) geht, gewährte Maria Wachsmann (GKV-Spitzenverband, Abteilung Gesundheit/Referat Hilfsmittel) anlässlich des QVH-Hilfsmittelforums. Derzeit sind 42.000 geprüfte Produkte im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Seit 2019 wurden rund 16.000 neue Aufnahmeanträge bearbeitet. In Deutschland finden jährlich ca. 30 Mio. Hilfsmittelversorgungen mit im HMV gelisteten Produkten statt.

Einblicke in die Welt des HMV

Auch die Digitalisierung mache vor der Hilfsmittelversorgung nicht halt. Dazu entstehen im Hilfsmittelverzeichnis (HMV) „insbesondere neue Anforderungen zur Festlegung der Zweckbestimmung/Indikationen für die Hilfsmittel, zur Versorgungsqualität, sowie zum Datenschutz und zur Datensicherheit“, so Wachsmann. Für die Digitalisierung im Rahmen der Fortschreibung des HMV gelte es, „die technische Realisierbarkeit durch die Beteiligung der mitwirkungs- und stellungnahmeberechtigten Organisationen sicherzustellen“.

Als Ergebnis des Fortschreibungsprozesses würden „die Qualitätsverbesserung der Versorgung, die Stärkung der Versichertenrechte, die Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit und die Berücksichtigung von Produktinnovationen“ erwartet. Beteiligt an der Fortschreibung sind laut Wachsmann in der Regel „Patientenvertretungen, Fachgesellschaften/Sachverständige sowie der Medizinische Dienst, die Leistungserbringerorganisationen, die Herstellerorganisationen und die Verbände der Krankenkassen“.