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Dem „2. Bericht des GKV-Spitzenverbandes über die Entwicklung der Mehrkostenvereinbarungen für Versorgungen mit Hilfsmitteln“ gem. § 302 Abs. 5 SGB V liegt der Untersuchungszeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 zugrunde. Berücksichtigt wurden im Rahmen der erhobenen Daten insgesamt rund 29,4 Mio. Hilfsmittelversorgungen mit einem Ausgabenvolumen für die Krankenkassen von ca. 8,6 Mrd. Euro.  Dies entspricht einem Anteil von rund 96 Prozent der nach der amtlichen Statis­tik ausgewiesenen Gesamtausgaben für Hilfsmittel, die im Jahr 2019 9,0 Mrd. betrugen. Mehrkosten über alle Produktgruppen hinweg Mit Blick auf alle Produktgruppen wurden von den ca. 29,4 Mio. Hilfsmittelversorgungen, zu denen Daten übermittelt wurden, bei rund 5,9 Mio. Hilfsmittelversorgungen Mehrkosten dokumentiert. Das entspricht einem Anteil von Versorgungen mit Mehrkosten an den im Bericht erfassten Hilfsmittelversorgungen von 20 Prozent gegenüber 18 Prozent im 2. Halbjahr 2018 (1. Mehrkostenbericht). Die Summe aller dokumentierten Mehrkosten betrug rund 692,1 Mio. Euro, die durchschnittliche Höhe der Mehrkosten je Versorgungsfall mit Mehrkosten belief sich auf ca. 118 Euro. Produktgruppen unterschiedlich betroffen Die Verteilung der 20 Prozent aller Versorgungsfälle mit Mehrkosten auf die einzelnen Produktgruppen fiel im vergangenen Jahr sehr unterschiedlich aus. Dokumentiert sind:

6 Produktgruppen mit mehr als 30 Prozent Mehrkostenvereinbarungen: Einlagen, Hörhilfen, Brustprothesen, Sehhilfen, Beinprothesen, Hilfsmittel zur Kompressionstherapie
3 Produktgruppen mit mehr als 10 Pro­zent und unter 30 Prozent Mehrkos­tenvereinbarungen: Haarersatz, Bandagen, Inkontinenzhilfen
10 Produktgruppen mit mehr als 1 Prozent und unter 10 Prozent Mehrkostenvereinbarungen: Kommunikationshilfen, Orthesen/Schienen, Gehhilfen, Lagerungshilfen, Adaptionshilfen, Verschiedenes (PG 99), Messge­räte, Absauggeräte, Schuhe, Bade- & Duschhilfen
19 Produktgruppen mit weniger als 1 Prozent Mehrkostenvereinbarungen

Die Rangfolge der Produktgruppen mit den höchsten Anteilen an Versorgungen mit Mehrkostenzahlungen hat sich im Wesentlichen nicht verändert. Nach wie vor sind die Produktgruppen 08 „Einlagen“ und 13 „Hörhilfen“ die Produktgruppen mit dem höchsten prozentualen Anteil an Versorgungsfällen mit Mehrkos­ten. Im Folgenden die Top Ten hinsichtlich Anteil der Versorgungsfälle mit Mehr­kosten in Prozent: 1.    Einlagen (52,91 %) 2.    Hörhilfen (52,36 %) 3.    Brustprothesen (42,73 %) 4.    Sehhilfen (35,21 %), 5.    Beinprothesen (34,01 %) 6.    Hilfsmittel zur Kompressions­therapie (30,96 %) 7.    Haarersatz (26,18 %) 8.    Bandagen (20,53 %) 9.    Inkontinenzhilfen (17,51 %) 10.    Kommunikationshilfen (9,69 %) Zwei Drittel der Mehrkosten entfallen auf Hörhilfen Laut Bericht wurden dabei 445 Mio. Euro, also fast zwei Drittel aller Mehrkos­ten, bei den Versorgungen mit Hörhilfen registriert. Betrachtet man diese gesondert, ergeben sich für alle anderen Hilfsmittelversorgungen mit Mehrkosten durchschnittliche Mehrkosten von nur noch 45 Euro. Durchschnittliche Mehrkosten Mit Blick auf die Höhe der durchschnittlichen Mehrkosten je Versorgungsfall mit Mehrkosten ergibt sich für den Berichtszeitraum 2019 laut 2. Mehrkostenbericht folgende Produktgruppenrangfolge: 1.    Hörhilfen 1.081,91 Euro 2.    Kranken-/Behindertenfahrzeuge 495,87 Euro 3.    Stehhilfen 416,93 Euro 4.    Augenprothesen 357,76 Euro 5.    Haarersatz 228,77 Euro 6.    Armprothesen 200 Euro 7.    Blindenhilfsmittel 148,83 Euro 8.    Hilfsmittel bei Tracheostoma und Laryngektomie 146,99 Euro 9.    Gehhilfen 136,56 Euro 10.    Therapeutische Bewegungsgeräte 136,44 Euro 12.    Krankenpflegeartikel 124,23 Euro 13.    Sehhilfen 118,16 Euro 14.    Inkontinenzhilfen 107,67 Euro 15.    Mobilitätshilfen 104,64 Euro 16.    Beinprothesen 86,44 Euro   17.    Hilfsmittel gegen Dekubitus 75,81 Euro 18.    Bestrahlungsgeräte 69,11 Euro 19.    Elektrostimulationsgeräte 62,52 Euro, 20.    Sitzhilfen 55,86 Euro 21.    Stomaartikel 45,43 Euro 22.    Bade- und Duschhilfen 44,81 Euro 23.     Toilettenhilfen 39,03 Euro 24.    Brustprothesen 36,73 Euro 25.    Inhalations- und Atemtherapie­geräte 32,62 Euro 26.    Schuhe 30,88 Euro 27.    Einlagen 29,60 Euro 28.    Hilfsmittel zur Kompressions­therapie 25,20 Euro 29.    Kommunikationshilfen 22,07 Euro 30.    Orthesen/Schienen 19,13 Euro 31.    Bandagen 19,02 Euro 32.    Adaptionshilfen 18,80 Euro 33.    PG 27 – nicht besetzt 16,83 Euro 34.    Applikationshilfen 16,39 Euro 35.    Lagerungshilfen 14,78 Euro 36.    Absauggeräte 14,60 Euro 37.    Messgeräte für Körperzustände/-funktionen 13,80 Euro 38.    Epithesen 13,31 Euro
Gewisse Grundskepsis hört man heraus Der GKV-Spitzenverband betont in dem aktuellen Mehrkostenbericht, dass „gesicherte Erkenntnisse zu der Frage, ob es sich bei den für die einzelnen Produktgruppen des Hilfsmittelverzeichnisses erhobenen Mehrkosten um gerechtfertigte oder ungerechtfertigte Mehrkosten handelt“, auf Basis der geltenden gesetzlichen Regelungen „nicht zu gewinnen“ seien, da die Gründe für Mehrkostenvereinbarungen nicht anzugeben und zu dokumentieren seien. Qualitative Aussagen zu Mehrkostenvereinbarungen seien nur auf Basis verbesserter Rechtsgrundlagen möglich. Versichertenbefragungen der Kranken­kassen würden aber darauf hindeuten, dass viele Versicherte die Entscheidung zur Inanspruchnahme von Leistungen gegen Mehrkosten bewusst treffen, es aber nicht selten bei ihnen auch Unkenntnis und Unsicherheiten bezüglich des Anspruches auf eine mehrkostenfreie Versorgung gebe und es an einer hinreichenden Beratung und Aufklärung hier­über durch die Leistungserbringer fehle.  wds
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Floor

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